Allgemeine Geschäftsbedingungen
Die HeyHire s.r.o. hat die Cloud-Plattform heyree entwickelt und betreibt diese als spezialisiertes Applicant Tracking System (ATS), das auf die effiziente Steuerung von Recruiting-Prozessen, die Verwaltung von Bewerbern und die Unternehmenskommunikation unter Einsatz moderner Technologien einschließlich fortschrittlicher Assistenzfunktionen auf Basis künstlicher Intelligenz ausgerichtet ist.
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen bilden einen umfassenden und verbindlichen rechtlichen Rahmen, der sämtliche Beziehungen zwischen dem Anbieter der Plattform und seinen Firmenkunden regelt. Sie verfolgen das Ziel, beiden Parteien größtmögliche Rechtssicherheit zu gewähren, die Regeln für den Umgang mit sensiblen Daten (insbesondere Daten von Bewerbern) transparent festzulegen sowie den Umfang der erbrachten Leistungen, der eingeräumten Lizenzrechte und der übernommenen Haftungen präzise abzugrenzen.
Die Annahme dieses Dokuments durch den Kunden ist eine zwingende formale Voraussetzung für die rechtmäßige und sichere Nutzung des Dienstes.
1.Einleitende Bestimmungen und Vertragsgrundlage
1.1Identifikation des Anbieters
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „Bedingungen") werden von der HeyHire s.r.o., IČO (Identifikationsnummer): 24441163, mit Sitz in Příčná 1892/4, Nové Město, 110 00 Prag 1, Tschechische Republik, eingetragen im Handelsregister, geführt vom Stadtgericht Prag unter Aktenzeichen C 440236 (nachfolgend „Anbieter"), herausgegeben.
1.2Regelungsgegenstand
Diese Bedingungen regeln im Sinne des § 1751 Abs. 1 des tschechischen Gesetzes Nr. 89/2012 Slg., Bürgerliches Gesetzbuch, in der jeweils geltenden Fassung (nachfolgend „Bürgerliches Gesetzbuch"), die gegenseitigen Rechte und Pflichten zwischen dem Anbieter und dem Kunden (nachfolgend „Klient") im Zusammenhang mit der Bereitstellung und Nutzung des Cloud-Dienstes heyree (gemeinsam nachfolgend „Vertrag").
1.3Ausschließlich B2B-Charakter
Der Dienst wird ausschließlich für die Bedürfnisse von Unternehmen, Gesellschaften und sonstigen juristischen Personen entwickelt und bereitgestellt (B2B). Mit Abschluss des Vertrages erklärt der Klient ausdrücklich, dass er den Dienst im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit oder in selbständiger Berufsausübung nutzt. Verbraucherschutzrechtliche Vorschriften finden auf dieses Vertragsverhältnis keine Anwendung.
1.4Hierarchie der Vertragsdokumente
Das Vertragsverhältnis wird durch die folgenden Dokumente in der nachstehend angegebenen Rangfolge geregelt (im Konfliktfall hat das jeweils höher aufgeführte Dokument Vorrang):
- der individuelle schriftliche Vertrag oder die angenommene Bestellung (einschließlich der Preisliste),
- der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA),
- diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen,
- die technische und Nutzer-Dokumentation des Dienstes.
2.Begriffsbestimmungen
Für die Zwecke dieser Bedingungen und des Vertrages haben die folgenden großgeschriebenen Begriffe die nachstehende Bedeutung:
- Dienst
- bezeichnet die Softwarelösung heyree, die im Rahmen eines Software-as-a-Service-Modells (SaaS) bereitgestellt wird und in erster Linie als Applicant Tracking System (ATS) dient, einschließlich aller verfügbaren Module, Integrationen, API-Schnittstellen, Aktualisierungen und der Web-Oberfläche.
- Klient
- bezeichnet die natürliche oder juristische Person, die den Vertrag mit dem Anbieter abgeschlossen hat.
- Nutzer
- bezeichnet eine vom Klienten autorisierte natürliche Person, die den Dienst über ein individuelles Nutzerkonto nutzt.
- Administrator
- bezeichnet einen Nutzer mit den weitreichendsten Berechtigungen, der die Konfiguration des Dienstes, die Nutzerkonten und die Abrechnung im Namen des Klienten verwaltet.
- Bewerber
- bezeichnet eine natürliche Person, die sich auf eine Stelle beim Klienten bewirbt und deren Daten innerhalb des Dienstes verarbeitet werden.
- Klientendaten
- bezeichnet sämtliche Informationen, Texte, Dateien, Lebensläufe, personenbezogenen Daten von Bewerbern und Nutzern sowie alle weiteren Inhalte, die vom Klienten in den Dienst eingegeben oder automatisch von integrierten Plattformen erhoben werden.
- KI-Funktionen
- bezeichnet die integrierten Werkzeuge und Module, die Technologien der künstlichen Intelligenz (einschließlich Modellen des maschinellen Lernens, LLM und NLP) zur Unterstützung, Automatisierung und Optimierung von Prozessen innerhalb des Dienstes einsetzen.
- Bestellung
- bezeichnet das Angebot zum Abschluss des Vertrages, das in der Regel über das Registrierungsformular auf der Website des Anbieters, in der Oberfläche des Dienstes oder in Papierform bzw. elektronisch unterzeichnet abgegeben wird.
3.Vertragsschluss und Kontoverwaltung
3.1Zustandekommen des Vertrages
Der Vertrag kommt in dem Moment zustande, in dem der Anbieter dem Klienten die Annahme der Bestellung bestätigt, oder in dem Moment, in dem der Klient (bzw. eine vom Klienten bevollmächtigte Person) erfolgreich ein Konto im Dienst anlegt und diese Bedingungen annimmt.
3.2Erstellung und Verwaltung des Kontos
Mit Abschluss des Vertrages wird dem Klienten ein Hauptkonto eingerichtet. Der Klient (über seinen Administrator) ist berechtigt, im Rahmen des gebuchten Tarifs Konten für weitere Nutzer anzulegen.
3.3Sicherheit und Zugangsdaten
Der Klient ist dafür verantwortlich, dass die Nutzer ihre Zugangsdaten vor unbefugter Offenlegung schützen. Zugangsdaten sind nicht übertragbar und dürfen nicht von mehreren natürlichen Personen gemeinsam genutzt werden (jeder Nutzer muss über ein eigenes Konto verfügen). Hat der Klient den Verdacht, dass ein Konto kompromittiert wurde, hat er den Anbieter unverzüglich zu informieren. Sämtliche Handlungen, die unter den Konten der Nutzer des Klienten vorgenommen werden, werden dem Klienten zugerechnet.
3.4Vertretungsbefugnis der handelnden Personen
Die natürliche Person, die ein Konto im Namen des Klienten anlegt, erklärt ausdrücklich, dass sie umfassend bevollmächtigt ist, im Namen des Klienten zu handeln und den Klienten zur Erfüllung dieses Vertrages zu verpflichten.
4.Leistungsumfang und SLA
4.1SaaS-Modell und „As Is"
Der Anbieter erbringt den Dienst über das Internet (Cloud) im Wege des Fernzugriffs. Der Dienst wird „wie besehen" („as is") und „wie verfügbar" („as available") bereitgestellt. Der Anbieter gewährleistet nicht, dass der Dienst spezifische und individuelle prozessbezogene Anforderungen des Klienten erfüllt, die über die Standardfunktionalität des Dienstes hinausgehen.
4.2Verfügbarkeit des Dienstes (Uptime)
Der Anbieter garantiert eine Verfügbarkeit des Dienstes von 99,5 % in jedem Kalendermonat (SLA). Folgende Zeiträume der Nichtverfügbarkeit werden bei der Berechnung der Verfügbarkeit nicht berücksichtigt:
- geplante Wartungsarbeiten und Aktualisierungen (Downtime),
- Störungen auf Seiten des Endgeräts, Netzes oder Internetdienstanbieters des Klienten,
- Ausfälle von Cloud-Infrastruktur Dritter (z. B. AWS, Google Cloud, Anbieter von LLM-Modellen),
- Ereignisse höherer Gewalt.
4.3Geplante Wartung
Der Anbieter verpflichtet sich, Wartungs-Downtimes vorrangig in Zeiträumen mit historisch geringster Auslastung (in der Regel an Wochenenden oder in den Nachtstunden MEZ) durchzuführen. Wartungen mit einer Dauer von mehr als 60 Minuten kündigt der Anbieter mindestens 48 Stunden im Voraus per In-App-Benachrichtigung an.
4.4Technischer Support
Der Anbieter leistet technischen Support (Helpdesk) per E-Mail unter hey@heyree.com. Der Support steht an Werktagen von 9:00 bis 17:00 Uhr (MEZ/MESZ) mit Ausnahme der gesetzlichen Feiertage in der Tschechischen Republik zur Verfügung. Die Reaktionszeit für Standardanfragen beträgt bis zu 2 Werktage; bei kritischen Mängeln, die den Betrieb des Dienstes verhindern, beginnt der Anbieter unverzüglich mit der Behebung.
4.5Änderungen und Aktualisierungen des Dienstes
Der Anbieter ist berechtigt, den Dienst laufend zu modifizieren, neue Funktionen hinzuzufügen und veraltete Module außer Betrieb zu nehmen. Solche Modifikationen dürfen nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung der bei Vertragsschluss vereinbarten Hauptfunktionen des Dienstes führen.
5.Lizenzeinräumung und Rechte des geistigen Eigentums
5.1Lizenzeinräumung
Vorbehaltlich der ordnungsgemäßen Zahlung sämtlicher Entgelte räumt der Anbieter dem Klienten eine beschränkte, nicht übertragbare und nicht ausschließliche Lizenz (Nutzungsrecht) am Dienst ein, und zwar ausschließlich für die internen unternehmerischen Zwecke des Klienten und die Personalbeschaffung für eigene Mitarbeiter oder Auftragnehmer des Klienten (oder, sofern der Klient eine Personalvermittlungsagentur ist und einen entsprechenden Tarif nutzt, für die Personalbeschaffung zugunsten der Kunden des Klienten).
5.2Eigentumsvorbehalt
Sämtliche Rechte des geistigen Eigentums am Dienst, an dessen Quellcode, der Benutzeroberfläche (UI/UX), der Datenbankstruktur, den Algorithmen, dem Know-how sowie an jeder Dokumentation stehen ausschließlich dem Anbieter oder dessen Lizenzgebern zu. Der Klient erwirbt keinerlei Eigentumsrechte am Dienst.
5.3Feedback
Übermittelt der Klient dem Anbieter Anregungen, Ideen oder Anmerkungen zum Dienst (Feedback), so ist der Anbieter berechtigt, dieses Feedback unentgeltlich, dauerhaft und uneingeschränkt zur Weiterentwicklung des Dienstes zu nutzen, ohne dass dem Klienten ein Anspruch auf irgendeine Vergütung zusteht.
6.Nutzungsbedingungen und Acceptable Use Policy
6.1Untersagtes Verhalten
Der Klient und seine Nutzer verpflichten sich, den Dienst nicht in einer Weise zu nutzen, die dessen Stabilität oder Sicherheit gefährdet. Insbesondere ist es ausdrücklich untersagt:
- den Dienst zurückzuentwickeln (Reverse Engineering), zu dekompilieren oder den Quellcode auf andere Weise zu erlangen,
- automatisierte Systeme (Bots, Scraper, Spider) zur Datenextraktion aus dem Dienst zu verwenden, mit Ausnahme der Nutzung über die zugelassenen offiziellen API-Schnittstellen,
- Penetrations- oder Lasttests des Dienstes ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Anbieters durchzuführen,
- Lizenzbeschränkungen oder Tariflimits zu umgehen (z. B. durch künstliche Reduzierung der Anzahl aktiver Nutzer durch gemeinsame Nutzung von Konten),
- den Dienst ohne ausdrückliche Vereinbarung zu vermieten, in Unterlizenz zu vergeben, weiterzuverkaufen oder im Wege des White-Labelling bereitzustellen.
6.2Rechtswidrige Inhalte und sensible Daten
Der Klient darf in den Dienst keine Klientendaten hochladen, die Schadcode (Viren, Trojaner, Ransomware) enthalten oder die gegen geltendes Recht oder die guten Sitten verstoßen oder Rechte Dritter verletzen (z. B. Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte). Der Klient verpflichtet sich darüber hinaus, über den Dienst keine besonderen Kategorien personenbezogener Daten (sensible Daten) zu verarbeiten, sofern er hierfür keine entsprechende Rechtsgrundlage nach der DSGVO hat.
6.3Faire Nutzung der API und der Systemressourcen
Für als „unbegrenzt" gekennzeichnete Tarife gelten die Grundsätze der fairen Nutzung (Fair Use). Der Anbieter behält sich das Recht vor, den Zugriff auf die API zu beschränken oder zu drosseln (Rate Limiting), wenn der Klient eine extreme, im Verhältnis zum Standardbetrieb unverhältnismäßige Last erzeugt, welche die Verfügbarkeit des Dienstes für andere Kunden gefährdet.
7.Besondere Bestimmungen für KI-Funktionen
7.1Charakter der KI-Ausgaben
Die im Dienst enthaltenen Werkzeuge der künstlichen Intelligenz (KI-Funktionen) dienen als unterstützendes System zur Erleichterung der Arbeit der Nutzer. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass generative KI Ausgaben erzeugen kann, die unzutreffend, unvollständig oder irreführend sind. KI-Ausgaben stellen keine rechtliche oder fachliche Beratung dar und dienen ausschließlich als unterstützendes Hilfsmittel. Der Anbieter übernimmt keine Haftung für Entscheidungen, die der Klient auf der Grundlage von KI-Ausgaben trifft.
7.2Verbot ausschließlich automatisierter Entscheidungen
Im Hinblick auf die Anforderungen der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr („DSGVO") sowie der bevorstehenden Bestimmungen der Verordnung (EU) 2024/1689 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz trägt der Klient die volle und ausschließliche Verantwortung für den Umgang mit KI-Ausgaben. Die Nutzer des Klienten haben jede KI-Ausgabe vor ihrer Verwendung kritisch zu überprüfen. Der Dienst darf nicht für automatisierte Entscheidungen eingesetzt werden, die gegenüber einem Bewerber rechtliche oder ähnlich erhebliche Wirkungen entfalten (z. B. automatische Ablehnung im Auswahlverfahren), ohne dass eine inhaltliche menschliche Überprüfung erfolgt.
7.3Datenschutz bei der KI-Verarbeitung
Klientendaten, die KI-Funktionen durchlaufen, werden über einen gesicherten Kanal verarbeitet. Der Anbieter garantiert (und bindet seine LLM-Modell-Unterauftragsverarbeiter wie z. B. OpenAI über die API vertraglich entsprechend), dass Klientendaten und personenbezogene Daten nicht zum Training von Modellen künstlicher Intelligenz – weder des Anbieters noch Dritter – genutzt werden und nicht genutzt werden dürfen.
8.Klientendaten und deren Schutz
8.1Eigentum an den Klientendaten
Der Klient ist und bleibt ausschließlicher Inhaber sämtlicher Rechte an den Klientendaten. Der Klient räumt dem Anbieter ein zeitlich und örtlich beschränktes Recht ein, die Klientendaten ausschließlich zum Zweck der Bereitstellung und Optimierung des Dienstes nach diesem Vertrag zu speichern, zu verarbeiten und anzuzeigen.
8.2Verantwortung für Daten und Freistellung
Der Klient trägt die volle rechtliche Verantwortung für den Ursprung, die Rechtmäßigkeit und die Richtigkeit der Klientendaten. Erhebt ein Dritter (einschließlich Aufsichtsbehörden) gegenüber dem Anbieter mit der Begründung, dass die Klientendaten gegen geltendes Recht verstoßen haben, einen Anspruch, ein Bußgeld oder eine Klage, so verpflichtet sich der Klient, den Anbieter vollumfänglich freizustellen, einschließlich angemessen entstandener Rechtsverteidigungskosten.
8.3Sicherheit und Infrastruktur
Der Anbieter setzt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Daten um, insbesondere:
- Verschlüsselung der Daten während der Übertragung,
- Verschlüsselung der Daten im Ruhezustand,
- Zugriffskontrolle,
- Beschränkung des Datenzugriffs auf autorisierte Personen,
- laufende Sicherheitsaktualisierungen und Monitoring.
Der Anbieter entwickelt seine Sicherheits- und Überwachungsmechanismen kontinuierlich weiter, einschließlich der Erweiterung von Audit- und Protokollierungsfunktionen.
8.4Infrastruktur-Unterauftragsverarbeiter und Datensicherungen
Der Anbieter nutzt Infrastruktur und Dienste Dritter (z. B. Cloud- oder KI-Anbieter). Bei deren Auswahl achtet der Anbieter darauf, vertrauenswürdige Anbieter heranzuziehen, die typischerweise die Einhaltung gängiger Sicherheitsstandards (z. B. ISO 27001, SOC 2) erklären. Der Anbieter gewährleistet jedoch nicht die Einhaltung dieser Standards durch jene Dritten.
Der Anbieter führt regelmäßige Systemsicherungen (Backups) durch. Die Backups dienen der Wiederherstellung des gesamten Dienstes im Katastrophenfall (Disaster Recovery); sie dienen nicht der Wiederherstellung von Daten, die durch einen Nutzer des Klienten versehentlich gelöscht wurden.
9.Schutz personenbezogener Daten (DSGVO)
9.1Rollen der Parteien
Im Rahmen der Bereitstellung des Dienstes werden personenbezogene Daten (insbesondere von Bewerbern) verarbeitet. In solchen Fällen tritt der Klient stets als Verantwortlicher und der Anbieter als Auftragsverarbeiter im Sinne der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr („DSGVO") auf.
9.2Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA)
Sämtliche Rechte, Pflichten und Parameter der Verarbeitung personenbezogener Daten werden durch einen gesonderten Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) geregelt. Mit Abschluss dieses Vertrages und der Annahme dieser Bedingungen erklärt der Klient ausdrücklich auch sein Einverständnis mit dem Wortlaut des AVV, der einen integralen Bestandteil dieser Bedingungen bildet.
9.3Unterauftragsverarbeiter
Der Anbieter ist berechtigt, Unterauftragsverarbeiter (weitere Auftragsverarbeiter) einzuschalten. Der Anbieter ist dafür verantwortlich, dass diese Unterauftragsverarbeiter angemessene Datenschutzstandards einhalten.
10.Finanzielle Bedingungen, Zahlungen und Sanktionen
10.1Preise und Tarife
Die Nutzung des Dienstes wird auf Abonnementbasis vergütet („SaaS-Entgelt") und richtet sich nach dem gewählten Tarif und den Parametern der Bestellung. Sämtliche in der Preisliste oder in Angeboten genannten Preise verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer (MwSt.), die in der jeweils gültigen Höhe hinzugerechnet wird.
10.2Rechnungsstellung und Fälligkeit
Das Abonnement wird im Voraus abgerechnet (in der Regel monatlich oder jährlich). Der Anbieter stellt dem Klienten eine elektronische Rechnung (Steuerbeleg) aus. Die übliche Zahlungsfrist beträgt 14 Kalendertage ab dem Ausstellungsdatum, sofern in der Bestellung nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde.
10.3Sanktionen bei Verzug und Hard Lock
Befindet sich der Klient mit der Zahlung in Verzug, ist der Anbieter berechtigt:
- Vertragszinsen wegen Verzugs in Höhe von 0,05 % des ausstehenden Betrages je Tag des Verzugs zu berechnen,
- bei einem Verzug von mehr als 15 Tagen den Zugang des Klienten zum Dienst auf einen Lesemodus (Read-only) zu beschränken,
- bei einem Verzug von mehr als 30 Tagen den Zugang zum Dienst vollständig zu sperren (Hard Lock), bis der ausstehende Betrag vollständig beglichen ist.
Die Beschränkung oder Aussetzung des Zugangs entbindet den Klienten nicht von der Pflicht zur Entrichtung der Entgelte für den jeweiligen Abrechnungszeitraum.
10.4Preisänderungen
Der Anbieter behält sich das Recht vor, die Tarifpreise (die Preisliste) anzupassen. Der Anbieter hat den Klienten über eine geplante Preisänderung mindestens 30 Tage vor dem Ende des laufenden Abrechnungszeitraums zu informieren. Ist der Klient mit der Änderung nicht einverstanden, endet der Vertrag mit Ablauf des bereits bezahlten Zeitraums. Kündigt der Klient den Vertrag nicht, gilt der neue Preis für den Folgezeitraum als angenommen.
11.Vertraulichkeit (NDA)
11.1Geheimhaltungspflicht
Beide Vertragsparteien verpflichten sich, sämtliche Informationen über die Geschäftsstrategie, die Finanzen, die Technologien, das Know-how oder die Kunden der jeweils anderen Partei (die „Vertraulichen Informationen") sowohl während der Vertragslaufzeit als auch für einen weiteren Zeitraum von 3 Jahren nach deren Beendigung vertraulich zu behandeln und keinem Dritten zugänglich zu machen.
11.2Ausnahmen von der Vertraulichkeit
Vertrauliche Informationen umfassen keine Informationen, die:
- ohne Verschulden der empfangenden Partei öffentlich bekannt geworden sind,
- von der empfangenden Partei selbständig entwickelt wurden oder von dieser nachweislich bereits vor deren Erhalt bekannt waren,
- aufgrund einer verbindlichen Entscheidung eines Gerichts, eines Gesetzes oder einer Behörde offenzulegen sind (die andere Partei ist – soweit rechtlich zulässig – im Voraus zu informieren).
12.Haftung und deren Beschränkung
12.1Charakter der Haftung
Der Anbieter haftet dem Klienten für Schäden, die nachweislich und ausschließlich durch eine schuldhafte Verletzung der Pflichten des Anbieters aus diesem Vertrag verursacht wurden.
12.2Ausschluss mittelbarer Schäden
Im größtmöglichen gesetzlich zulässigen Umfang ist jegliche Pflicht des Anbieters zum Ersatz mittelbarer, Folge- oder Begleitschäden ausgeschlossen, einschließlich (aber nicht beschränkt auf) entgangenen Gewinns, Umsatzeinbußen, entgangener Geschäftschancen, Kosten für Ersatzlösungen, Schäden am Geschäftsruf (Goodwill) oder Schäden, die durch unwiderruflichen Verlust oder die Beschädigung von Klientendaten verursacht werden.
12.3Finanzielle Haftungsobergrenze
Die gesamte, maximale und kumulative Haftung des Anbieters für sämtliche Ansprüche, die im Zusammenhang mit diesem Vertrag entstehen (gleich ob aus Vertrag, unerlaubter Handlung oder einem sonstigen Rechtsgrund), ist auf den Betrag begrenzt, der den Entgelten entspricht, die der Klient dem Anbieter für den Dienst in den zwölf (12) Monaten vor dem Ereignis, das den Anspruch ausgelöst hat, tatsächlich gezahlt hat.
12.4Höhere Gewalt
Keine der Parteien haftet für die Nichterfüllung ihrer Pflichten (mit Ausnahme der Pflicht zur ordnungsgemäßen Zahlung der Entgelte), wenn diese Nichterfüllung durch ein objektiv unvorhersehbares und unabwendbares Ereignis außerhalb ihres Einflussbereichs verursacht wurde. Hierzu zählen insbesondere Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, Streiks, schwerwiegende Ausfälle von Backbone-Internet- und Telekommunikationsnetzen, Ausfälle von Unterauftragsverarbeitern oder hochentwickelte Cyberangriffe (z. B. massive DDoS-Angriffe), die auch bei Einhaltung höchster Sicherheitsstandards nicht in zumutbarer Weise verhindert werden können.
13.Laufzeit, Beendigung und Datenexport
13.1Laufzeit
Der Vertrag wird auf die in der Bestellung vereinbarte feste Laufzeit (z. B. 1 Monat, 1 Jahr) abgeschlossen.
13.2Kündigung wegen Vertragsverletzung
Der Anbieter ist berechtigt, den Vertrag durch schriftliche Mitteilung mit sofortiger Wirkung (mit Zugang) zu kündigen, wenn der Klient den Vertrag wesentlich verletzt und diese Verletzung nicht innerhalb von fünfzehn (15) Tagen nach Erhalt einer schriftlichen Aufforderung zur Abhilfe behoben hat. Eine wesentliche Vertragsverletzung durch den Klienten liegt insbesondere bei einem Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen, einem Verstoß gegen die AUP oder einem Verstoß gegen die Lizenzbedingungen vor.
13.3Datenexport bei Vertragsbeendigung (Off-boarding)
Nach wirksamer Beendigung des Vertrages ist der Klient berechtigt, für einen Zeitraum von dreißig (30) Kalendertagen einen eingeschränkten Zugang zum Dienst zu nutzen, ausschließlich zum Zweck des Exports und Herunterladens seiner Klientendaten (über den System-Export oder die API). In diesem Zeitraum dürfen keine neuen Daten in den Dienst eingegeben werden.
13.4Datenlöschung
Nach Ablauf der 30-tägigen Exportfrist verliert der Klient den Zugang zum Dienst. Der Anbieter ist berechtigt und nach dem AVV verpflichtet, die Klientendaten unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb weiterer sechzig (60) Tage, unwiderruflich aus allen Produktivsystemen zu löschen, ausgenommen Daten, für die eine längere gesetzliche Aufbewahrungsfrist gilt (z. B. Rechnungs- und Buchhaltungsunterlagen).
14.Schlussbestimmungen
14.1Änderungen der Bedingungen (einseitige Änderung)
Aufgrund des langfristigen Charakters des Dienstes und der laufenden technologischen Entwicklung ist der Anbieter berechtigt, diese Bedingungen einseitig zu ändern. Der Anbieter informiert den Klienten über jede Änderung per E-Mail oder durch eine Mitteilung in der Oberfläche des Dienstes mindestens 30 Kalendertage vor deren Inkrafttreten. Ist der Klient mit dem neuen Wortlaut nicht einverstanden, ist er berechtigt, den Vertrag schriftlich zum Wirksamkeitszeitpunkt der Änderung zu kündigen. Kündigt der Klient den Vertrag nicht, gilt die Änderung als angenommen.
14.2Abtretung
Der Klient ist nicht berechtigt, ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Anbieters Rechte oder Pflichten aus dem Vertrag an Dritte (einschließlich verbundener Unternehmen) abzutreten.
14.3Salvatorische Klausel
Sollte sich eine Bestimmung dieser Bedingungen als unwirksam, undurchsetzbar oder nicht durchführbar erweisen, so berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. Die Parteien verpflichten sich, eine solche Bestimmung durch eine neue Bestimmung zu ersetzen, die dem ursprünglichen Sinn sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich möglichst nahekommt.
14.4Anwendbares Recht und Gerichtsstand (Jurisdiction)
Dieser Vertrag und die aus ihm hervorgehenden Vertragsverhältnisse (einschließlich etwaiger deliktischer Ansprüche) unterliegen ausschließlich dem Recht der Tschechischen Republik, insbesondere dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Parteien haben vereinbart, dass für sämtliche Streitigkeiten, die aus dem Vertrag oder im Zusammenhang mit diesem entstehen, ausschließlich die Gerichte der Tschechischen Republik zuständig sind. Die örtliche Zuständigkeit des Gerichts erster Instanz richtet sich nach dem Sitz des Anbieters zum Zeitpunkt der Klageerhebung.
14.5Geltung und Wirksamkeit
Diese Bedingungen treten am 1. April 2026 in Kraft und ersetzen alle vorherigen Fassungen.
14.6Marketingreferenz
Der Anbieter ist berechtigt, den Klienten als Referenz zu nennen (z. B. durch dessen Logo oder Firmennamen), sofern der Klient nicht ausdrücklich um Ausschluss bittet (Opt-out).
14.7Sprachfassungen
Der Vertrag und diese Bedingungen können in mehreren Sprachfassungen erstellt werden. Bei Abweichungen zwischen den Sprachfassungen hat stets die tschechische Fassung Vorrang.
IČO: 24441163 · sp. zn. C 440236, Městský soud v Praze
hey@heyree.com

